Jenseitskontakt für Jedermann

Hier kannst Du über deine Kontakte mit Verstorbenen schildern bzw.
Fragen dazu stellen.

Jenseitskontakt für Jedermann

Beitragvon Nica » 03.06.2015, 20:44

Dazu möchte ich etwas über meinen Vater erzählen. Er starb kurz bevor ich 34 Jahre alt war. Ein oder zwei Tage vor seinem Tod fiel im Wohnzimmer ein Hängeschrank einfach von der Wand.

Nach seinem Heimgang wurde mir klar, dass er es nie geschafft hatte, mir zu sagen, dass er mich liebt. Er war kein Mann der über seine Gefühle sprach. Im Gegenteil, er zog Gefühlsäußerungen immer gern ins lächerliche. Sobald einer in der Familie gefühlsduselig wurde, fing er an zu stänkern. Ich fühlte mich manchmal wirklich verletzt. Stellte er mich aber jemanden vor, dann mit den Worten: Das ist meine Nica, meine Große. Dann fühlte ich mich geschmeichelt.

Am Wochenende ging er mit uns Kindern meistens in den Wald. Ich spüre heute noch seine Hand, wenn er sie in meine legte. Die Ausflüge mit ihm in den Wald werde ich nie vergessen. Die Wipfel der Bäume, das Rauschen der Blätter im Wind und das Gefühl der Stärke, dass ich an seiner Seite empfand, sind mir immer in Erinnerung geblieben.

Als er starb, war ich lange Zeit zutiefst traurig und fragte mich immer wieder, warum es so früh sein musste.
Er war gegangen, ohne mir jemals gesagt zu haben, dass er mich liebte. Ich sagte mir immer wieder, dass es eben an seiner spartanischen Erziehung lag, und dass er deshalb Gefühle niemals äussern konnte. Ich betete ein Jahr lang täglich für ihn, damit es ihm im Jenseits gut gehen möge. Aber die Frage, die mich so viele Jahre lang quälte, blieb offen.

Zufällig las ich danach ein Buch über Gedankenformen, und dass die Verstorbenen glücklich sein würden über positive Affirmationen, die dann in Form einer Blüte zu ihnen gelangen würden. Von diesem Tage an begann ich, den Menschen, die aus meinem Leben gegangen waren, Blüten zu schicken. Blüten in Form von "Ich liebe dich - Ich danke dir".

Irgendwann kam ich auf die Idee mit den alten Ägyptern, die ihren Verstorbenen reichlich mitgaben auf ihren Weg ins Totenreich. Konnte ich einen imaginären Tisch für meinen Vater decken? Was konnte ich meinem Vater geben?
Ich stellte ihn mir vor. Und plötzlich fühlte und sah ich ihn vor mir stehend mit einem lächeln im Gesicht. Kein Gedanke war in meinem Kopf, nur der Klang von Geigen drang an meine Ohren. Ich legte meine linke Hand in seine rechte, meine rechte Hand auf seine Schulter und tanzte in meiner Vorstellung einen Wiener Walzer mit ihm.

Es klingt vielleicht ein wenig sonderbar, aber ich war ihm nie zuvor so nah. Ich weiss jetzt, dass er mich genauso liebt wie ich ihn liebe. An diesem Tag fühlte ich unendlich viel Glück in meinem Herzen.

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Re: Jenseitskontakt für Jedermann

Beitragvon peter-o » 04.06.2015, 12:23

Hallo Nica,
jetzt hast Du deinem Beitrag den Titel gegeben „Jenseitskontakt für Jedermann“
und in der Tat könnten jede fast Jedermann solche Geschichten erzählen, denn fast jeder,
der einen lieben Menschen „verloren“ hat, wird von ähnlichen Ereignissen/Begegnungen erzählen können.
Voraussetzung ist natürlich ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Zuhörer und Erzähler.

Nachdem meine Nachbarin mein erstes Buch („Sprosse für Sprosse“) gelesen hatte, sprach sie mich eines Tages an und sagte:
„Jetzt, wo ich Ihr Buch gelesen habe, kann ich ihnen das ja mal erzählen…
Anderen kann man das ja nicht sagen, denn die halten mich ja dann für bekloppt.“
Und dann kam ein ganz Normales Geständnis:
„Wissen, Sie, - ich spreche ja öfter mit meinem verstorbenen Mann und das kam so.
Einige Wochen nach seinem Tode bin ich morgens wach geworden und wollte aufstehen.
Auf der Bettkante sitzend sah ich meinen Mann vor mir stehen und erschrak zunächst, aber er beruhigte mich und sagte:
„Else, du brauchst keine Angst zu haben, denn alles geht weiter. Mir geht es prima, ich passe auf dich auf und bin bei dir,
wenn du mich brauchst.“
Solche und ähnliche Erfahrungen machen Menschen immer wieder,
tun das dann aber oft für eigene Fantasie ab und erzählen es kaum Einem.
Dabei ist das ganz normal und keine Fantasie, denn unsere geliebten Angehörigen sind durchaus in der Lage,
sich bemerkbar zu machen und greifen mitunter drastisch in unser Leben ein, um uns tatkräftig zu unterstützen und zu trösten, wenn wir uns allein fühlen.
Solche Kontakte herzustellen, funktioniert meiner Meinung nach viel besser, wenn die Verstorbenen
und auch die Hinterbliebenen sich zu Lebzeiten mit spirituellen Techniken beschäftigt haben.
Falls ihre Kontakte in unserem Leben als störend empfunden werden,
brechen sie die Kontakte von sich aus aber auch ab.

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag.
Peter- :oo
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Re: Jenseitskontakt für Jedermann

Beitragvon Nica » 04.06.2015, 15:46

Hallo Peter,

das Erlebnis deiner Nachbarin kann ich gut nach vollziehen. Sie konnte sich dir erst anvertrauen, als sie dein Buch las. :geheim
-Ich kenne es allerdings nicht.

Obwohl ich im esoterisch/spirituellen Bereich fast nichts ausgelassen habe, wollte ich mich niemals mit Jenseitskontakten beschäftigen. Wahrscheinlich habe ich in der Kindheit zu viele Geister- und Edgar Wallace Filme gesehen. :shock:

Heute Morgen erinnerte ich mich an eine Begebenheit des 3. Juni 2000.
Ich konnte zu der Zeit schlecht einschlafen und so beschloss ich, einfach später ins Bett zu gehen. Gegen Mitternacht machte ich den Fernseher aus, drehte das Licht aus und legte mich hin. Während ich noch überlegte, wie lange ich mich wieder noch hin- und her wälzen würde, bevor ich endlich einschlief, vernahm ich ein Geräusch in der Küche. Ich hob den Kopf, stützte mich auf dem Ellbogen ab und lauschte. Den Schritten nach, die ich vernahm, war jemand in der Wohnung. Hatte ich vergessen die Haustür zu schließen? Jemand hantierte in einer Schublade mit dem Besteck. Es war so laut, dass ich erschrak. Ein Einbrecher hatte sich Zutritt zu meiner Wohnung verschafft, schoß es mir durch den Kopf. Alleine wie ich war, schlug mir das Herz bis zum Hals. Was wäre, wenn es mehrere waren? Ich konnte mich doch gar nicht gegen die Eindringlinge wehren. Es gab nichts im Zimmer, was ich zu meiner Verteidigung hätte gebrauchen können. Kein Schnitzelklopfer oder Messer war in meiner Reichweite um mich verteidigen zu können. Das Telefon im Flur war zu weit entfernt. Plötzlich hörte ich, wie sich Schritte immer mehr näherten. Der rettende Gedanke durchzuckte mich wie ein Geistesblitz. Einfach schlafend stellen, das war in diesem Augenblick der einzige Ausweg für mich. Vielleicht verschwand der Einbrecher dann wieder, falls nicht, würden sich meine Fingernägel in sein Gesicht grallen. Ich war kaum noch fähig zu atmen vor Angst, mein Puls raste.

Plötzlich fühlte ich eine Hand die mir über die Hüften strich. Ich war starr vor Schreck. Im selben Moment sagte eine Stimme, die ich lange nicht mehr gehört hatte zu mir: "Nica, ich hab dich lieb".
Es war die Stimme meiner Mutter.
Doch ich war wie gelähmt und unfähig darauf zu reagieren.

Hatte ich halluziniert? Hatte ich den Verstand verloren? Doch ich fühlte mich niemals so klar und hellwach wie in diesem Augenblick. Ich fühlte, wie ich in mir zusammen sank, im innersten Mark meiner Seele getroffen und doch so voll unendlicher Liebe die ich in meinem Herzen empfand.

Ich setze mich auf, schaltete das Licht an und sah auf die Uhr. Es war genau 0 Uhr 30, genau zu dieser Minute wurde ich geboren.
Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt bereits seit einem Jahr tot.
Nichts hielt mich mehr im Bett, ich stand auf, setzte mich auf die Couch und blieb wach bis ich gegen 5 Uhr morgens endlich auf der Couch einschlief.

Das "coming out" bei meiner Tochter verlief dahin gehend, dass sie mir einreden wollte, ich hätte es geträumt oder den Verstand verloren. Aber ich bin mir bis heute sicher, dass ich dabei vollkommen wach war.

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Re: Jenseitskontakt für Jedermann

Beitragvon Nica » 10.06.2015, 21:06

An meine Großmutter erinnere ich mich gerne. Seit mein Großvater verstorben war, lebte sie mit uns in der Familie. Es war ein Glück für uns Kinder sie bei uns zu haben. Sie verlor nie die Geduld mit uns Kindern, ließ uns spielen und lächelte nur dazu, wenn wir Unordnung schafften. Als Kind habe ich gerne mal bei ihr geschlafen und sie erzählte mir Geschichten aus ihrer Kindheit.

Sie starb als ich 25 Jahre alt war. Das ist nun schon einige Jahrzehnte her. Und trotzdem ist sie mir immer noch sehr nah.

Meine Oma war ein sehr gläubiger Mensch und wenn sie mit aufräumen beschäftigt war, sang sie oft ein Kirchenlied. Wenn ich in meinem späteren Leben manchmal nicht wusste, ob etwas gut für mich wäre, dachte ich an meine Oma und was sie wohl davon hielte. Oft dauerte es nicht lange und ich hatte dieses besondere Lied in meinen Gedanken und manchmal summte ich es plötzlich. - Da wusste ich, es ist recht. Danke Oma.

Jenseitskontakt für Jedermann, denk an die Person, denk an die Liebe, frage, und die Antwort kommt auf die eine oder andere Weise.

:blumen
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