Besuch bei einem Medium

Hier kannst Du über deine Kontakte mit Verstorbenen schildern bzw.
Fragen dazu stellen.

Besuch bei einem Medium

Beitragvon sandra » 21.10.2010, 15:20

Gelesenen Behauptungen zum Trotz, man solle dies nicht vor Ablauf von mindestens 1/2 Jahr tun, ging ich mit einem mir inne wohnenden sicheren Wissen betreffend Denis Anwesenheit, zu einem Medium.
Ich wurde nicht enttäuscht. Wir ließen uns nieder und das Medium meinte eben noch zu mir, mit welcher Lebensaufgabe wir denn beginnen sollten, mischte dabei die Tarotkarten, als sie neben mich schaute und mich fragte:
Ist ihr Sohn noch mindestens einen Kopf größer als sie und recht schlacksig, zudem ein sehr lustiger Bursche? Ich schaute erschrocken neben mich, konnte nichts wahr nehmen und bejahte recht kleinlaut ihre Frage. (von mir hatte sie zuvor ein Profilbild erhalten und die Info, das es sich um meinen Sohn handelt)

Dann ging es Schlag auf Schlag. Sie erklärte mir, das Sie gerade, sehend durch die Augen meines Sohnes sein Zimmer vor sich sähe und schilderte mir die örtlichen Gegebenheiten.
Sie wusste zu berichten, was man sah, warf man einen Blick durch das gerade aus befindliche Fenster, sie beschrieb, auf welcher Seite sein Bett stand, was ich dort später noch finden würde, wo der Schreibtisch stand mit seinem „Heiligtum“ (PC) darauf, welche Möbel sich noch im Raum befanden und das neben seinem heiß geliebten PC der bis zu diesem Tag noch unangetastete Schulrucksack stände.
Die offensichtlich nicht vorhandene Ordnung wurde auch kurz angesprochen und dabei erwähnt, das Denis wohl die Angewohnheit hätte, hier eine Schublade und dort eine Schranktür offen stehen zu lassen. Nebenbei erwähnt, hatte Denis zumindest an der offen stehenden Schublade keine Schuld, dafür war Denis`Katze verantwortlich.
Da ich bis dahin nichts in seinem Zimmer verändert hatte, entsprach die Beschreibung tatsächlich exakt dem nach wie vor bestehenden Zustand von Denis` Zimmer.
Sie erzählte mir von seinen charakterlichen Eigenheiten, von seinen Kleidungsangewohnheiten, von Beziehungen zu seinen Freunden, kam kurz auf sein Grab zu sprechen und beantwortete mir hierzu eine Frage, die ich mir einige Wochen zuvor im Geist gestellt hatte.

Ich hatte ausnahmsweise einen Topf mit Sonnenblumen aufs Grab gestellt, welche jedoch innerhalb weniger Tage schon welk waren. Daher hatte ich mich gefragt, ob Denis Sonnenblumen nicht gefallen. Jetzt erzählte mir diese Frau, mein Sohn ließe mir ausrichten, das ihm auch die Sonnenblumen gefallen hätten, allerdings bräuchte ich nicht zum Friedhof zu laufen, denn da wäre er nicht. Er wäre nach wie vor lieber zu Hause.

Dann sprach sie etwas an, mit dem ich zu diesem Zeitpunkt nichts anfangen konnte: Denis ließ mir ausrichten, das er sich bei dem Sturz damals sehr wohl verletzt hätte, sein Steißbein wäre sogar angerissen gewesen?! In diesem Moment konnte ich mit dieser Aussage nichts anfangen, da ich seinen Sturz erst einmal in Gänze vergessen hatte. Zu Hause entdeckte ich später allerdings die Krankmeldung, die er eigentlich hätte weg schicken sollen und nun fiel mir wieder ein, was sich kurz vor seinem Tod zugetragen bzw. wie ich darüber gedacht hatte(Faulkrankheit: null Bock auf Schule)

Des Weiteren sprach sie etwas an, was mich bei den Berichten seiner Freunde damals, kurz nach der Beerdigung sehr verstört hatte: Wir saßen gemeinsam mit Denis Freunden um den Tisch und hatten die Rede von gemeinsamen Erlebnissen. Einer der Jungs erzählte, das Denis zwar nie ein Schläger war, er im Gegenteil immer versucht hatte, Streit zu schlichten aber er wäre einmal in eine Schlägerei hinein geraten und hätte den hierbei Betreffenden, bereits am Boden liegenden, getreten.
Das hatte mich damals mehr als nachdenklich gestimmt, weil ich mir dieses Verhalten bei Denis nicht vorstellen konnte. Ich wusste, er war kein Engel, sondern ein ganz normaler Teenager aber ich war mir ebenso sicher, das er ein guter Mensch war und das die Schilderung so gar nicht zu Denis passte.

Bei dem Medium sitzend ließ mir mein Sohn jetzt durch sie ausrichten, „er hätte noch niemals jemanden zuerst getreten“. Ich konnte zunächst jedoch auch mit diesem in den Raum gestellten Satz wenig anfangen und fragte mich, was er mir damit sagen wollte, bis mir dieses Gespräch bei uns am Küchentisch einige Zeit nach dem Sitting wieder einfiel.
Nun wurde mir berichtet, was mir sehr am Herzen lag, das Denis sofort aus dem Körper gewesen wäre, er also keinerlei körperliche Schmerzen erlitten hätte, jedoch sein letzter oder auch erster Gedanke mir gegolten hätte „omG, meine Mutter..“
Denis wollte zudem unbedingt, das ich mich mit meinem (Halb-) Bruder in Verbindung setze, was ich nun gar nicht nachvollziehen konnte. Hatte ich doch erst ein halbes Jahr zu vor meine Halbschwester und deren Mutter kennen gelernt. Es war eine angenehme Begegnung aber ich denke, wir alle hatten das Empfinden, das all die vergangenen Jahre nicht mehr aufholbar waren und wir es bei einem losen Kontakt belassen sollten.
Derart erklärte ich auch meinem Medium meine Zweifel. Sie bestand jedoch darauf, das sie durchaus richtig verstanden hätte und beschrieb mit den Händen markante Äusserlichkeiten meines Bruders. Ich hatte hingegen nicht wirklich eine Ahnung ob der Richtigkeit ihrer Beschreibung, da ich ihn noch nie gesehen hatte. Später sollte ich sein Profil auf einer Online- Plattform finden und mir wurden die Äusserlichkeiten via Foto bestätigt. So schrieb ich ihn denn mit schlechtem Gefühl an und bekam, wie erwartet, auch keine Antwort.
Wieder einige Zeit später schaute ich nochmals auf sein Profil und traute meinen Augen nicht: Sein Anmeldedatum auf dieser Plattform war der 15.02.2008, ausgerechnet der Tag, an dem Denis starb.

Zurück zu unserer „Sitzung“..
Abschliessend bedankte Denis sich bei mir für die Freiheit, die ich ihm gelassen hatte, so das er recht schnell seine Lebensaufgabe hätte erfüllen können. Es wurde mir gerade grinsend und mehr „nebenbei“ von ihm ausgerichtet, das Putzen nicht so wichtig wäre, als noch weiterer Besuch erschien, womit ich nun nicht im entferntesten gerechnet hatte:

Mein Vater erschien. Allerdings hatte das Medium Probleme, seinen Namen richtig zu verstehen. Sie fragte nach, ob mir „ein nicht Heinz aber so ähnlich“ bekannt wäre, womit ich zunächst einmal nichts anfangen konnte und verneinte. Dann beschrieb sie mir markante Äusserlichkeiten meines Vaters, so dass ich jetzt wusste, von wem wir hier sprachen. Mein Vater hieß zwar „Hans“, wurde aber von allen „Hänns“ genannt, was dem benannten „nicht Heinz aber so ähnlich“ sehr nahe kam. Es wurde kurz von ihm erwähnt, das ja auch ich als Jugendliche so meine Problem mit der Ordnung und mit dem Erledigen der Schulaufgaben gehabt hätte, woraufhin mein Sohn begann, die Ohren zu spitzen, zu grinsen und dabei auch noch genüsslich an seiner Zigarette zu ziehen, beschrieb mir das Medium. Das man im Jenseits rauchen konnte, beruhigte mich zwar für mein eigenes späteres Ableben, begeisterte mich allerdings eher weniger in Hinsicht auf meinen Sohn. Schliesslich hatte er im „echten Leben“ schon zweimal erfolglos versucht, das Rauchen wieder sein zu lassen. Anscheinend gab es wenig Unterschiede zwischen hier und dort.
Jetzt wurde das Lebensthema zwischen mir und meinem Vater in einigen wenigen Sätzen präzise angesprochen.

Als nächstes erschien nun auch noch meine Mutter und auch hier wurde in wenigen Sätzen gut erkennbar aus unserem gemeinsamen Leben berichtet.

Um Verwirrungen zu vermeiden, sollte ich an dieser Stelle vermutlich erwähnen, das ich bei Pflegeeltern aufgewachsen bin, so dass ich schon relativ früh mit zwei verstorbenen Vätern und einer verstorbenen Mutter zurecht kommen durfte. Bei geschildertem Besuch handelte es sich um meine Pflegeeltern, in dessen Obhut ich mich seit meinem 2. Lebensjahr befand. Mein „echter“ Vater ist mir nie begegnet und verstarb recht früh mit 28 Jahren bei einem Verkehrsunfall.

Es grüßten noch meine Tante und mein Onkel, beide namentlich benannt, wobei ich erstere nie kennen gelernt hatte, da sie ebenfalls bereits mit 15 Jahren verstarb, und letzterer heute, laut Aussage des Mediums, eine Art Schutzengelfunktionen inne hat, was mich betrifft. Armer Joseph, ich nehme an, er hat mit mir alle Hände voll zu tun!

Ich kannte ihn lediglich als Kind, so dass hier, ebenso wie bei Tante Gertrud weitere Beschreibungen recht sinnlos gewesen wären. Es kam dementsprechend auch nichts weiter von den Beiden.

Es wurde noch einiges berichtet, was jedoch für einen Außenstehenden von wenig Interesse sein dürfte. Ich war mehr als beeindruckt von der Treffgenauigkeit Ihrer Aussagen, hatte ich doch von vergleichsweise bekannteren Medien gelesen, das allein schon eine Durchgabe von Namen sich als äußerst schwierig erwies und daher nur selten erfolgte. „Mein Medium“ nannte mir gleich fünf Namen und, sah man von dem Problem „Heinz/ Hänns“ ab, das mit einer Sicherheit, die anscheinend ihres gleichen suchte. Von all den anderen Schilderungen ganz zu schweigen.
Das ist wahrhaftig der ganz reale Wahnsinn. :shock:
sandra
 
Beiträge: 48
Registriert: 19.10.2010, 16:40
Wohnort: andernach

Gartuliere!

Beitragvon peter-o » 21.10.2010, 16:14

Hallo Sandra,
da kann ich Dir nur gratulieren, denn Du hast offenbar ein gutes Medium erwischt,
wenn das alles stimmt, was Du so berichtest.
Mit den Namen habe ich auch so meine Schwierigkeiten, aber hier im Forum wirst Du auch einge Berichte
über meine Arbeit finden, wo das auch mit den Namen ganz gut geklapt hat.

Für ein Medium ist es nicht immer leicht die Zusammenhänge zu verstehen und zu erkennen, wer wer ist.
Das ist halt so, als ob leibhaftig irgendwelche Leute mit Dir mitgekommen wären
und dann muss man sich mit ihnen auch noch nebebei unterhalten, während der "Sitter" (Besucher, Kunde, Gast)
einen ganz nervös machen kann, wenn man nicht immer gleich alle Zusammmenhänge kapiert
von dem, was die mitgebrachten Gäste so sagen oder eben anders zu verstehen zu geben versuchen.

In unseren Gruppen machen wir entsprechende Übungen, dass jeder das lernen kann
und manchmal bin ich erstaunt, wie gut das gelingt, selbst schon beim ersten Mal.
(Ich denke da an Lissa aus Bad Füssing oder die Italienerin (Jovanna) bei uns in der Gruppe,
die auf Anhieb Evas anwesenden Mann beschrieb und mit Namen identifizierte,
oder Marita, die sogar Daivas russischen Kosenamen richtig wiedergab, wie Daiva von ihrem Vater genannt wurde :wink: )

Ich freue mich für Deinen gelungenen Besuch bei dem Medium.
Solche Medien kann man getrost weiterempfehlen, wenn auch noch der Preis stimmte.
Peter-O
"Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch weiter!" ( Matthäus 10, Vers 8 )
Benutzeravatar
peter-o
 
Beiträge: 1795
Registriert: 18.07.2006, 18:49
Wohnort: Leverkusen

Beitragvon sandra » 21.10.2010, 16:32

an ihre Adresse kam ich auch nur "zufällig" :-) und ja, ich würde Sie jederzeit weiter empfehlen, was ich auch bereits einmal tat aber sie lehnte damals ab, da sie davon weg wollte (Kontakt mit Jenseitigen). Sie sähe ihre Aufgabe in der medialen Lebensberatung, lautete damals, vor etwa 1,5 Jahren ihre Begründung.
Der Preis war nicht soo gering aber am Ende hat mir diese Frau auch rund 3 Stunden ihrer Zeit geopfert, was mich wiederum 90,- € gekostet hat. Muss sagen, mir war es das wert, denn es hat mir sehr geholfen.
Ich war seit dem bei keinem Medium mehr. habe mir jedoch vor genommen iwann noch ein letztes Mal eines in Anspruch zu nehmen.
Was den Wahrheitsgehalt betrifft, bin ich sicher nicht objektiv genug zu beurteilen, ob ich selbst hier und da die richtigen Schlüsse gezogen oder etwas vorschnell angenommen habe. Sicher war ich in der Position, jeden "Strohhalm" zu ergreifen, versuchte jedoch auch zeitgleich, wie erbeten, keine Infos zu geben. Wir hatten das Gespräch nicht aufgenommen oder ähnliches, ich habe den Verlauf lediglich gleich nach Ankunft zu Hause stichpunktartig zu Papier gebracht und kurz darauf die Situation nochmals ausführlich nieder geschrieben. D.h. eine subjektive Sicht meinerseits in der Absicht, wahrheitsgetreu zu sein.

wenn ich darf, habe ich noch so einiges mehr zu berichten. Leider, wie man sieht, wirds auch immer etwas lang. Kurz und knapp ist nun mal nicht so mein Ding.
sandra
 
Beiträge: 48
Registriert: 19.10.2010, 16:40
Wohnort: andernach

Natürlich!

Beitragvon peter-o » 21.10.2010, 17:00

Hallo Sandra
sandra hat geschrieben:wenn ich darf, habe ich noch so einiges mehr zu berichten.

ein Forum ist zum Schreiben da :wink:
Natürlich darfst Du. Nur zu ...
Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend.
Peter-O
"Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch weiter!" ( Matthäus 10, Vers 8 )
Benutzeravatar
peter-o
 
Beiträge: 1795
Registriert: 18.07.2006, 18:49
Wohnort: Leverkusen

Beitragvon sandra » 21.10.2010, 17:09

ich habe dich gewarnt :lol:


Mein erstes „Zeichen“ erhielt ich eindrucksvoll 11 Tage nach Denis Tod.

Als Selbständige war ich gezwungen, bereits nach dem Wochenende seiner Beerdigung meine Arbeit wieder auf zu nehmen. Dies gelang mir mehr schlecht als recht, wie man sich vorstellen kann und im Grunde trugen meine Arbeitskollegen mich irgendwie mit.
Ich fühlte mich nicht selten gefangen wie in einem Käfig und fragte mich, warum ich überhaupt da stand und es nicht einfach sein ließ. Es erschien mir schlicht absurd.
Auch hatte ich Angst davor, die Beherrschung zu verlieren, sollte mich jemand ansprechen, Angst davor, „einfach so“ weinen zu müssen, Angst, wie ich mit all dem umgehen soll, insbesondere mit den Menschen, die mir gegenüber standen und vermutlich auch nicht so recht wussten, wie sie sich verhalten sollten. Hier und da lief ich auch einfach hinaus, da ich keine Kontrolle über mich oder meine Gefühle und Reaktionen hatte.

Im Übrigen fragte ich mich eben im Wesentlichen nach dem Sinn des Ganzen. Warum stehe ich hier, was soll ich noch hier, warum gehe ich nicht einfach? Wohin?

Es war Dienstag und ich hatte Besuch von Denis Opa, seinen Kindern, meiner Mutter und Ihrem Mann, so dass ich einerseits durch deren Besuch, andererseits durch die Arbeit selbst ein wenig abgelenkt war.
Im Laden stehend, bemerkte ich Brandgeruch, fand jedoch nicht sofort die Ursache.
Auf der Suche dem Geruch folgend, kam ich in die Küche und sah dicke Qualmwolken aus dem Mülleimer aufsteigen. Kurz zuvor hatte ich darin einen Aschenbecher gelehrt. Ich schnappte mir den in der Spüle befindlichen Wassereimer und wollte damit den Brand löschen.
Dabei warf ich einen Blick in den Mülleimer, rief beinah zeitgleich nach Denis Opa, der mir am nächsten stand, weil ich nicht fassen konnte, was ich darin sah:

Die Umrisse eines brennenden Herzens.

Leider war ich mit dem einmal gestarteten Löschvorgang schneller, als der Herbeigerufene reagieren konnte, das Wasser schwappte trotz versuchtem Innehalten aus dem Eimer, so dass am Ende niemand anderes gesehen hatte, was ich sah. (M)ein brennendes Herz.
Da ich wissen wollte, wie so etwas möglich war, kramte ich die angebrannten Überreste hervor: Festes Küchenpapier eingeknüllt in eine dünne Serviette. Das erklärte mir vielleicht, warum das Äussere brannte, während das „Innenleben“ kein Feuer gefangen hatte, nicht aber die Form des Brandes.
Das Herz brannte schließlich vollkommen symmetrisch und es erschien mir logisch nicht erklärbar, wie derartiges zu Stande kommen kann. Den Rest des Tages lief ich beinah grinsend durch die Welt, denn ich war mir sicher, ein Zeichen bekommen zu haben.


Aber auch andere, Denis nahe stehenden Personen, haben von ihm „gehört“.
So z.b. seine Tante, die am Abend des Unfalls plötzlich Kirchenglocken hörte.
Ihr war klar, das dies von der Uhrzeit her ungewöhnlich war und fragte ihre Familie, ob sie auch etwas gehört hätten, was verneint wurde.
Anderes passierte der Mutter nebst Schwester meines Lebensgefährten. Sie saßen am Abend der Beerdigung in der Küche und sprachen darüber, wie derartiges passieren und wie Denis so unvernünftig sein konnte, als im einsehbaren Wohnzimmerbereich der Fernseher einige Male die Lautstärke wechselte, so dann das Telefon 2,3 Mal klingelte und den Spuk damit quasi beendete. Die Fernbedienung lag gut sichtbar auf einem Sessel und niemand war in der Nähe.
Meine Mutter bekam Besuch von einer Lichtkugel. Sie konnte nicht schlafen, setzte sich ins dunkle Wohnzimmer, da sie die andere nicht wecken wollte als ihr diese Kugel erschien, sich eine Weile neben ihr aufhielt, einige Male aufblinkte und schliesslich verschwand.
Mal abgesehen von meiner Mutter, die sehr wohl an Übersinnliches glaubt, stehen die anderen diesem Thema doch recht skeptisch gegenüber. Gerade Denis Tante ist für mich „die Vernunft in Person“ und ich war sehr verwundert, als sie mir davon erzählte. Ich sollte zudem wohl erwähnen, das meine Mutter psyschisch krank ist und von daher der ein oder andere die Schilderung als unglaubwürdig sehen könnte. Ich selbst sagte meiner Mom als Kind schon hierzu tröstend „wer sagt denn, das die angeblich kranken nicht vielleicht die gesunden sind und umgekehrt“ uns so sehe ich das im Grunde auch. Das mag seltsam anmuten aber gerade dieser Tage sagte ähnliches mein Doc zu mir, zu dem ich seit neuestem gehe, um per Hypnosetherapie an meine Kindheitserinnerungen zu gelangen um so (hoffentlich) Blockaden zu lösen, mich selbst und mein direktes Umfeld besser zu verstehen.

Jedenfalls auf Grund dieser und anderer Vorkommnisse fing ich an, mir Gedanken zu machen.
Wie sind die letzten Wochen vor seinem Tod verlaufen, was war bis dahin passiert?

Das für mich unbegreiflichste war eine Art innerer Dialog, der sich etwa 2 Monate vorher zugetragen hatte. Als es passierte hatte ich niemandem davon berichtet, weil ich schlicht entsetzt über den Inhalt war, weniger über die Art des „Gesprächs“, was im Nachhinein mehr als verwunderlich ist.
Ich habe mich lange gesträubt, überhaupt jemandem davon zu erzählen. Der Vollständigkeit halber möchte ich es dennoch nicht aus lassen, auch wenn manch einer nun endgültig an meinem Verstand zweifeln mag:

Es geschah am helllichten Tag, ich war gerade dabei, mein Auto einzuparken, stand, nebenbei erwähnt, unter keinerlei Arten von Drogen, als eine Stimme mich fragte:
„Wer soll jetzt sterben, Denis oder Ralf?“ ich antwortete, das mir diese Entscheidung wohl kaum zu stände. Den Rest des Gespräches habe ich erfolgreich verdrängt, entsetzt, wie ich damals war.
Heute weiß ich nur noch, das noch 2 oder 3 Sätze mehr „gesprochen“ wurden, habe jedoch keinerlei Erinnerung mehr an den weiteren Inhalt. Dermaßen schockiert war ich über dieses Zwiegespräch, das ich es mehr oder minder erfolgreich versuchte, zu vergessen.

Zum Jahreswechsel dann, hatte Denis Vater Ralf einen Unfall. Er fiel aus großer Höhe, kam glücklicherweise mit ein paar Rippenbrüchen davon. Ich sah damals keinen Zusammenhang, da auch mein jetziger Partner Ralf heißt und ich beim oben erwähnten „Dialog“ automatisch davon ausgegangen bin, das Letzterer gemeint war. Erst Monate später wurde mir der möglicherweise vorhandene Zusammenhang bewusst.

Des Weiteren kaufte ich mir zum Jahresende hin vermehrt schwarze Kleidung. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir allerdings nichts dabei, obwohl es für mich durchaus ungewöhnlich war. „Schwarz“ gehörte schon seit etwa 15 Jahren nicht mehr zu meinen Lieblingsfarben. Ich erstand mehrere schwarze T-Shirts, Pullover, Hosen, Schuhe, eine schwarze Jacke, sowie einen Mantel, selbst schwarze Hüte, Handschuhe, Schals. Seit meiner Jugend hatte ich mir nicht mehr derartig viele schwarze Kleidung zu gelegt, erst recht nicht innerhalb eines so kurzen Zeitraumes von gut einem Monat. Dieser so plötzlich auftretende Kaufrausch erscheint im Nachhinein mehr als verwunderlich. Ebenso erledigte ich alles (geschäftlich) liegen gebliebene exakt bis zu dem Wochenende des Unfalls und das war eine ganze Menge. Vordergründig tat ich das allerdings, weil mein Freund unbedingt einen Kurzurlaub machen wollte im Gegensatz zu mir und ich mich daher darauf ein ließ unter der Voraussetzung, das ich „den Berg Arbeit“ vorher erledigt habe. Pünktlich zum Todestag meines Sohnes hatte ich das dann auch endlich geschafft.

Zu Weihnachten bekam Denis von mir, neben den erwünschten Geschenken, ausnahmsweise auch eine Weihnachtskarte. Tatsächlich ist dies nicht so meine Art und daher war es vermutlich die erste und leider auch die letzte Karte, die mein Sohn je von mir erhielt. Ich schrieb ihm, wie stolz ich auf ihn sei und das er so bleiben solle, wie er ist: einfach klasse. Natürlich schrieb ich ihm ebenso, das ich ihn sehr lieb hätte. Letzteres schrieb ich ihm anschliessend auch des Öfteren in sein online -Gästebuch, was ihm allerdings nicht so wirklich gefiel, da diese Einträge für alle ersichtlich waren. Mamas können peinlich sein, ich weiß... und für mich absolut untypisch, muss ich (leider) gestehen. Nicht das peinlich sein, sondern diese für alle offensichtlichen Liebesbekundigungen meinerseits.

Im Januar hatte ich mir einen neuen Lieblingssong auserkoren, der für mich als Liebhaber der Rockmusik ebenso ungewöhnlich war; „Relax, take it easy“ von MIKA. Noch kurz zuvor hätte ich mich geschüttelt, derart abgeneigt war ich bis dahin von solcher Art Musik. Doch dieser Song hatte es mir angetan und ich höre ihn noch heute unheimlich gerne und oft. Erst vor kurzem kam ich jedoch auf die Idee, mir den Text genauer anzusehen, hörte ich ihn doch bislang eher oberflächlich, d.h. ich verstand im Grunde nicht wesentlich mehr als den Refrain. Als ich mir den Text übersetzte, konnte ich kaum glauben, was ich da las:

„(ich) nahm eine Fahrt zum Ende der Linie(Endstation),
 wo niemand jemals geht. 
Endete auf einem kaputten Zug mit niemanden, den ich kannte. 
Aber der Schmerz und die Sehnsüchte sind die gleichen
wenn Du stirbst
Nun bin ich verloren und ich schreie um Hilfe.
Entspann dich, nimm es leicht 
Es gibt nichts, das wir tun können. 
(...)
Entspann dich 
Es gibt eine Antwort auf die dunkelsten Zeiten. 
Es ist klar, wir verstehen es nicht, aber das letzte, was mir durch den Kopf geht 
Ist dich zu verlassen. 
Ich glaube, dass wir darin zusammen sind. 
Schreie nicht - es sind so viele Wege übrig.
Entspann Dich, nimm es leicht“

Ich sollte hier wohl erwähnen, das mein Sohn und eine (nicht seine) Freundin bei einem ICE Unfall ums Leben kamen.

Wir unterhielten uns anfangs übrigens oft über das Medium „Musik“. Wenn ich das hier allerdings alles aufführen würde, würde es doch den Rahmen gänzlich sprengen.
Zudem ist es doch sehr persönlich in der Art, das es von einem Aussenstehenden eher als „Zufall“, Einbildung o.ä. gesehen würde.
Sein Lieblingssong kurz vor seinem Tod war „My life be like“von GRITS, dessen Text u.a. wie folgt lautet:
„..und ich glaube daran, das das Himmelreich kommt,
ich glaube, wenn Du die Wahrheit suchst,
Du brauchst nicht weit zu suchen, sie wird Dich finden,

warum also lebe und stolpere ich?
als wenn eine Verpflichtung zerfällt?
Ich kann nicht glauben, das ich wieder hier bin....“

Der Text erschien mir wie eine Antwort auf meine (ersten) Fragen, und Zweifel. Auch der hier nicht erwähnte restliche Text ist es wert, gelesen zu werden, ist darin doch die Rede z.B. von dem Glück einer neuen Geburt und dem Schmerz des Erwachsenwerdens, davon, das „sein“ Leben ein Hinweis ist.
Oft fragte ich mich hier: Hinweis worauf? weil ich die Antwort, die mir augenblicklich in den Sinn kam, nicht akzeptieren wollte:

Das Leben ist ein Spiel!

Denis hat den größten Teil seines Lebens spielend verbracht, mitunter zu meinem und sehr zum Ärger seiner Lehrer. Heute bin ich froh drum.

Am Tag meines Geburtstages, es war Sonntag, der 3. Februar, demnach 12 Tage vor dem Unfall, passierte etwas, was bis dahin noch nicht vorgekommen war. Mein Sohn schien meinen Geburtstag einfach vergessen zu haben. Zumindest stand er nicht, wie all die Jahre zuvor üblich und gewünscht, vormittags mit einer Tasse Kaffee an meinem Bett. Ich war schon ein wenig enttäuscht. Erst einmal.
Als sich mein Sohn schließlich nach Mittag aus seinem Bett erhob und mir im Flur entgegen kam, nahm er mich in den Arm, drückte mich feste, gab mir einen Kuss und gratulierte mir wirklich liebevoll auf seine flapsige Art zu meinem Geburtstag.
Das hatte es mindestens seit Anfang seiner Pubertät nicht mehr gegeben. Ich war mehr als verdutzt, habe mich natürlich riesig gefreut, weil es tatsächlich so außergewöhnlich war und auch etwas seltsam, von meinen, mittlerweile mehr als einen Kopf größeren Jungen in den Arm genommen und herzlich gedrückt zu werden. Es versteht sich von selbst, wie gern ich heute daran zurück denke.

Davon abgesehen, benahm sich Denis in den letzten Wochen vor seinem Tod sowieso recht eigenartig. Er suchte meine Nähe, wo immer es nur ging. Teilweise kam ich mir regelrecht verfolgt vor. Selbst zur Toilette folgte er mir stetig und mitunter war es nötig meine Intimspähre zu verteidigen und ihn aus dem Bad heraus zu komplimentieren.
Auch änderte Denis die letzten Tage vor seinem Tod seine Schlafposition um 180 Grad und schlief quasi mit dem Kopf am Fussende.
Diese untypischen Verhaltensweisen fielen mir zwar auf, kamen mir zweifelsohne auch sehr seltsam vor aber ich dachte nicht weiter darüber nach. Wieso auch?
Meine Mutter schenkte mir zum Geburtstag weiße Lilien. Das war bis dahin auch noch nicht vorgekommen. Einerseits freute ich mich darüber, weil es wirklich hübsche Blumen sind, andererseits war ich auch etwas unangenehm berührt. Schließlich handelte es sich hierbei nach meinem Gefühl um Friedhofsblumen, zumindest kam mir das augenblicklich in den Sinn, als ich die Blumen sah.
Am Abend des Unfalls kamen mein Freund und ich nach Hause, wobei er zu unserer Wohnung hoch schaute und meinte: „guck wie seltsam, alle Lichter sind aus, da ist bestimmt was passiert?!“ Seltsam war das wirklich, denn Denis hatte es niemals zuvor geschafft, beim Verlassen der Wohnung die Lichter aus zu machen. Auch die Bemerkung seitens Ralf war mehr als seltsam, so dass ich flapsig zu Ralf meinte „Red nicht so nen Unsinn“. Dabei hatte ich eine Gänsehaut, denn der Anblick der dunklen Fenster war mir nicht geheuer und ich dachte dabei an Leere und Trostlosigkeit.
sandra
 
Beiträge: 48
Registriert: 19.10.2010, 16:40
Wohnort: andernach

Re: Besuch bei einem Medium

Beitragvon peter-o » 22.11.2013, 14:57

Liebe Leser,
inzwischen hat jeder die Möglichkeit sich zu informieren, z.B. bei Medien, wie Klaus Mori oder Paul Meek:
https://www.youtube.com/watch?v=F_srZNfrNgI
Auch Josi Berten und ich bilden in unseren Gruppe Medien aus
und vielleicht wird mal der Eine oder Andere so gut, wie die oben genannten, :roll:
wobei es allerdings verschiedene Arten der Medialität gibt
und nicht jeder zwangsläufig ein "Jenseitskontaktmedium" werden muss ...

Auch die heutige Wissenschaft ist schon weiter als im Mittelalter.
Zu dem Thema weiß auch der Wissenschaftler Walter von Lucadou etwas zu sagen
Und hat keine Angst von seinen „Kollegen“ für verrückt erklärt zu werden:
https://www.youtube.com/watch?v=PUWh2CWCbVs

Ich wünsche Euch lehrreiche Unterhaltung
Peter- :oo
"Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch weiter!" ( Matthäus 10, Vers 8 )
Benutzeravatar
peter-o
 
Beiträge: 1795
Registriert: 18.07.2006, 18:49
Wohnort: Leverkusen


Zurück zu Kontakte mit Verstorbenen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron